Geht doch! Kosmetik mit Ethik

Gesichts- und Körperpflege nehmen einen großen Teil unseres Lebens ein. Ich zum Beispiel bin ein bekennender Beauty-Junkie. Aber ich weiß auch: Was gut wirkt, muss nicht zwangsläufig ethisch korrekt produziert worden sein. Und das finde ich schade…

Styledarling Daggi mit ihrer liebsten Freundin Emma (li.)

Seit Kindesbeinen an begleiten mich Tiere durch mein Leben. Ich bin mit Katzen groß geworden, hatte Hamster, Fische, ein Pferd – und nun kümmere ich mich mit meinem Mann zusammen um Hundedame Emma, die Kaninchen Snickers & Bounty sowie um die Ziegen „Sunny“ und „Wicky“. Ein korrekter Umgang mit den vierbeinigen Fellnasen (und allen anderen Tieren) ist mir also sehr sehr wichtig. Und das schließt natürlich auch das No-Go Tierversuche mit ein. Tierversuche für fertige Kosmetikprodukte und der Import von an Tieren getesteten Kosmetika sind in der EU zwar seit März 2013 verboten, nicht aber das Testen von einzelnen Inhaltsstoffen an Tieren. Auch das Thema China ist ein heißes Eisen. Styledarlings klärt auf über Kosmetik mit gutem Gewissen und zeigt auch vegane Kosmetik-Varianten.

Deklarationen wie „Ohne Tierversuche hergestellt“ beweisen zwar, dass das fertige Kosmetikprodukt nicht an einem Tier getestet wurde, aber es schließt nicht aus, dass einzelne Inhaltsstoffe an Tieren erprobt worden sind. Denn viele Inhaltsstoffe von Kosmetika werden nicht ausschließlich für eine Beimischung zu Kosmetika hergestellt. Einige von ihnen unterliegen der EU-Chemikalienrichtlinie und können somit weiterhin in Tierversuchen getestet werden. Dennoch gibt es sie: Kosmetika mit reinem ethischen Gewissen. Hergestellt nur mit Inhaltsstoffen, von denen die Hersteller schon seit langem wissen, dass sie unbedenklich sind und die seit Jahrzenten schon nicht mehr an Tieren getestet worden sind. Übrigens: Dass Tierversuche keinen Sinn machen, zeigt die Tatsache, dass es zahlreiche alternative Testmethoden für Kosmetika gibt, wie etwa solche in Reagenzgläsern, Tests an künstlich gezüchteten Hautzellen und so weiter.

Tierversuchsfreie und ökologisch korrekte Produkte, die nicht zwangsläufig nur aus dem Naturkosmetik-Bereich stammen, sind perfekt für Kosmetik-, Natur- und Tierfans, denn diese Hersteller besitzen einen hohen ethischen Kodex, wollen Natur, Tiere und Umwelt schonen und der menschlichen Haut ein höchstmögliches Maß an Pflege und kosmetischer Wirkung bieten. Übrigens: Es gibt viele Organisationen, die gänzlich tierversuchsfreie Kosmetikhersteller listen (siehe unten) – hier kann jeder von euch nachsehen, welche Kosmetik ethisch korrekt ist. Ein wenig Eigenrecherche ist gefragt – und es ist doch auch schön, wenn man weiß, wie Kosmetik hergestellt wird und wie die Philosophie des Herstellers ist. In heutigen Zeiten greifen sowieso immer mehr Menschen zu Naturkosmetik – aus dem Grund, da sie wissen möchten, dass sie sich keine schädlichen Stoffe aus den Körper schmieren. Nicht nur Parabene sind ein No-Go in Hautpflegeprodukten, sondern auch bestimmte Farbstoffe, Weichmacher, Silikone, Paraffine…

Ein gutes Beispiel ist Burt`s Bees. Das Unternehmen setzt nicht nur Zeichen in Punkto Tierschutz, sondern auch in Sachen natürliche Inhaltsstoffe, Nachhaltigkeit und faire Produktion. Unter dem Motto „The Greater Good“ setzt Burt´s Bees auf die drei Säulen „People, Profit, Planet“ – mit anderen Worten: „gut für dich, gut für uns, gut für alle“. So steht es in der Unternehmensphilosophie des Kosmetikkonzerns verankert.

Einer der Gründer von Burt`s Bees, Burt Shavitz, mit seinem Hund. Tierversuche waren für ihn seit Gründung 1984 ausgeschlossen. www.burtsbees.de BNW: Burt`s Bees

China: Tierversuche noch Pflicht!
Viele europäische Kosmetikhersteller exportieren nach China. Hier ist der Kosmetikmarkt etwa doppelt so groß wie in Europa. Profit ist also vorprogrammiert. Aber: Erst vor ein paar Jahren wurde es schleichend publik, dass in China Tierversuche Pflicht sind. Sprich, jedes Produkt, das auf den chinesischen Markt gelangt und dort das Registrierungsverfahren durchläuft, MUSS laut chinesischen Vorschriften an Tieren getestet werden. Dies geschah meist ohne das Wissen der Hersteller. Was also machen? Kosmetikhersteller, die sich damit gerühmt hatten, keine Tierversuche durchzuführen, sahen sich mit der Problematik nun doch konfrontiert. „Logocos“ beispielsweise zog sich nach Überprüfung sofort komplett vom chinesischen Markt zurück und erhielt dafür größte Anerkennung. Andere Hersteller, wie etwa „Primavera“ oder „Martina Gebhardt“ haben diesen Markt gänzlich gemieden. Der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel (BDIH), der auch ein Kontrollzeichen zur kontrollierten Naturkosmetik herausbrachte, reagierte 2013 prompt auf die China-Problematik. Er setzte die bei ihm zertifizierten Unternehmen in einem Schreiben davon in Kenntnis, dass sie bis zum 15. Januar 2014 belegen müssen, dass sie alle Maßnahmen ergriffen haben, um die Vermarktung betroffener Erzeugnisse in der VR China unverzüglich einzustellen, was eine entsprechende Anweisung an weisungsgebundene Vertriebspartner einschließt. Eine gute Nachricht: Angeblich überdenkt China Tierversuche und setzt sich mit alternativen Testmethoden auseinander. Bislang ist allerdings noch kein Ende in Sicht…

Naturkosmetik ist Trend!

BU: Aktivpflege auf der Natur: Das Duschpeeling Wacholder Zypresse von Lavera aktiviert und glättet die Haut.

Der süddeutsche Hersteller Benecos (www.benecos.de), der ebenfalls gänzlich auf Tierversuche verzichtet, möchte Naturkosmetik als selbstverständliche Alternative zu konventionellen Produkten lancieren, die ihrer Konkurrenz beim Thema Qualität und Trends in nichts nachsteht. Und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Wurde Naturkosmetik oft als öko belächelt, wird der Trend zu und die Nachfrage nach Naturkosmetik immer größer. Es gibt alles, was das Herz begehrt, von pflegender hin zu dekorativer Kosmetik in den trendigsten Farben. Kosmetik mit Ethik ist also grenzenlos zu bekommen! Ein Trend für Tierfans und/oder Veganer: Vegane Kosmetik, die gänzlich auf tierische Inhaltsstoffe verzichtet. Viele Hersteller haben mittlerweile eine große Range an veganen Produkten im Sortiment, die selbstverständlich dann auch so gekennzeichnet sind, es gibt aber auch Hersteller, die gänzlich auf vegane Kosmetik setzen. Im Avocadostore findet ihr beispielsweise ein riesen Sortiment an veganen Produkten. Kosmetik mit Ethik ist also weitaus einfacher, als man denkt. Man muss nur Handeln. Den Tieren zuliebe.

Internettipps:

www.ihtk.de (Internationaler Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik e.V. (IHTK))

www.kontrollierte-naturkosmetik.de (BDIH)

www.kosmetik-ohne-tierversuche.de (PETA)

www.crueltyfreeinternational.org (Internationale Organisation für tierversuchsfreie Kosmetik)

 

styledarlings

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